Dream-Team gesucht – Fünf Faktoren für erfolgreiche Teamarbeit

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teamerfolg

Team ist nicht gleich Team. Teamarbeit ist nicht zwangsläufig ein erfolgsversprechender Selbstläufer. Das gilt im Sport genauso wie im Beruf.

Dennoch ist der Faktor Teamarbeit aus den meisten Betrieben kaum wegzudenken. Nicht ohne Grund, denn ein gutes Team kann auf dem Weg zum Erfolg die halbe Miete sein. Und in der Tat: Sie nützt einem Unternehmen gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen birgt sie ein enormes wirtschaftliches Potenzial. Als geschlossene Einheit erledigen eingespielte Teams Ihre Arbeit schneller und effizienter als Einzelkämpfer. Sie können außerdem flexibler auf veränderte Anforderungen reagieren und auftretende Probleme effizienter lösen. Stichwort: Vier Augen sehen mehr als zwei. Auf der anderen Seite wirkt sich Teamarbeit auch positiv auf den sozialen Geist im Unternehmen aus. Sie fördert das Wir-Gefühl, eine angenehmere Unternehmenskultur und erhöht die Mitarbeitermotivation. Vorausgesetzt, das Team ist auch wirklich ein Team und nicht ein Zusammenschluss von – im schlechtesten Fall – rivalisierenden Einzelkämpfern.


Sportliche Beispiele

Werfen wir einmal einen Blick in die Welt des Sports, vorzugsweise natürlich des Mannschaftssports. Schnell wird klar: Der Platz auf dem obersten Treppchen ist nicht zwangsläufig dem Team vorbehalten, das die meisten genialen Individualisten vereint. Anders lässt es sich nicht erklären, dass immer wieder auch sportliche „Underdogs“ große Erfolge feiern. Unvergessen etwa der Einzug der fußballerischen No-Names aus Island in das Viertelfinale der Fußball-EM 2016, der Triumph der New York Giants – die im Vorfeld niemand auf der Favoritenliste sah – im Superbowl 2008 oder der Moment, als sich Japan im Jahr 2015 als sprichwörtlicher Stolperstein für den klaren Titelaspiranten Südafrika im Rugby-Weltcup entpuppte.

An all diesen Beispielen wird eins klar: Nicht die individuelle Klasse allein ist entscheidend im Hinblick auf den Erfolg. Teamgeist und eine gemeinsame mentale Überzeugung machen aus einem Zusammenschluss von verschiedenen Charakteren ein Team, das gemeinschaftlich für eine Sache kämpft. Dieses Prinzip lässt sich auch auf unternehmensinterne Teams übertragen.

„Zusammenkommen ist ein Anfang, zusammenbleiben ein Fortschritt, und zusammenarbeiten ein Erfolg!“ – hat einst schon der Visionär Henry Ford erkannt. Was aber macht ein gutes Team nun eigentlich aus?

Folgende fünf Faktoren sind von elementarer Bedeutung für eine gelungene Zusammenarbeit:

1. Ein gemeinsames Ziel
Der vielleicht wichtigste Punkt überhaupt. Schließlich schweißt kaum etwas verschiedene Menschen mehr zusammen als ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Vision, die es zu verwirklichen gilt. Die Aristoteles-Studie von Google belegt außerdem, dass Mitarbeitern mehr daran liegt, diese zu erfüllen, wenn sie sich mit ihren Aufgaben identifizieren können und einen Sinn in ihnen sehen.

Das Ziel sollte deshalb im Vorfeld eines Projekts klar definiert sein und alle am Prozess beteiligten Personen ansprechen. Das sorgt für ein besonderes Gemeinschaftsgefühl, eine hohe Arbeitsmoral und ist somit die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Verwirklichung des jeweiligen Projekts.

2. Die richtige Teamzusammensetzung
Team bedeutet nichts Anderes als „Toll, ein anderer machts“. So sollte es natürlich nicht laufen. Denn wenn nur einer auf das Ziel hinarbeitet während sich der Rest ausruht, ist effizientes und zielgerichtetes Arbeiten Fehlanzeige.

Mitarbeiter, die einem Team angehören, neigen mitunter dazu, sich selbst weniger anzustrengen, weil sie sich unter Umständen auf die Leistungen der Zugpferde verlassen. Damit ein Team gut funktioniert und die Leistungen stimmen, ist die Teamzusammensetzung ein entscheidender Faktor.

Im Idealfall greifen die Leistungen jedes einzelnen Teammitglieds wie ein Zahnrad ins andere. Dazu bedarf es in der Regel einer heterogenen Gruppe, denn diese haben sich in Studien als kreativer als ihre homogenen Pendants herausgestellt. Dabei sollte sich die Heterogenität allerdings in erster Linie auf die Fachgebiete und weniger auf die Charaktere beziehen. Denn auch wenn eine gesunde Streitkultur für gute Ergebnisse nicht zu unterschätzen ist: Gruppen, die mehr mit persönlichen Streitigkeiten als mit dem Erarbeiten von Ergebnissen beschäftigt sind, bringen das Unternehmen nicht voran.

Wichtig ist auch die richtige Teamgröße. Amazon-Gründer Jeff Bezos schwört diesbezüglich auf die Zwei-Pizzen-Regel: Ein gutes Team oder auch eine Meeting-Runde sollte nur so groß sein, dass man sie mit zwei Pizzen satt bekommen würde. Je nach Größe der Pizza können Sie sich selbst ausrechnen, was das bedeutet. Bezos spricht sich also klar gegen große Teams aus. Auch die Forschung gibt ihm diesbezüglich recht.

So hat etwa eine Forschergruppe der Michigan State University in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass mit einer Gruppengröße von acht bis neun Personen der Gipfel der Leistungsfähigkeit erreicht ist. Alles, was über diese Anzahl hinausgeht, lässt die Leistung wieder sinken. Warum das so ist, ist klar: Wird die Gruppe zu groß, kommen einzelne Mitglieder schlechter zu Wort, gute Ideen fallen so mitunter ungehört unter den Tisch. Auch die Abstimmung und die Einigung auf einen gemeinsamen Konsens wird umso schwieriger, je mehr verschiedene Meinungen aufeinanderprallen. Darüber hinaus sinkt in großen Gruppen auch die individuelle Leistung, schließlich verleitet sie dazu, sich in der Menge zu verstecken.

3. Struktur, Klarheit, Transparenz und Kommunikation
Gute Teams arbeiten vor allem dann effizient zusammen, wenn jeder genau weiß, was er zu tun hat. Deshalb sollte vor Projektbeginn eine gemeinsame Struktur festgelegt werden, die für den gesamten Prozess als Leitfaden dient. Diese Struktur, die Rollenverteilung und die teaminternen Ausführungswege müssen transparent dargelegt, nachvollziehbar und jedem Teammitglied klar sein.

Auch Transparenz ist ein nicht zu unterschätzender Faktor eines guten Teams. Wer arbeitet gerade an was? Wie ist der aktuelle Stand der Dinge? Woran hakt es aktuell? All diese Fragen sollten jederzeit allen Mitgliedern transparent beantwortet werden können, um gemeinsam zur definierten Zeit das Ziel zu erreichen. Gute Teams setzen außerdem auf eine offene Kommunikation und auf das Teilen von relevantem Wissen und aktuellen Zwischenständen statt auf stille Post und Hoheitswissen. Schließlich gilt in einem erfolgreichen Team: Fakten, die alle betreffen, werden auch direkt an alle weitergegeben!

4. Kreativität fördern und fordern
Wer nicht über den eigenen Tellerrand schaut und auch mal aus seinen altbewährten Denkmustern ausbricht, wird niemals neue Wege gehen und so innovative Ideen entwickeln. Genau diese Ideen werden aber benötigt, möchte man sich von seinen Mitbewerbern abheben und sich im Idealfall sogar ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten.

Deshalb ist es wichtig, dass ein gutes Team aus seinen Routinen ausbricht und auch mal querdenkt, um kreative Ideen auf dem Weg zur Verwirklichung des Projekts zu entwickeln. Oft passiert das bei heterogenen Teams automatisch, nämlich dann, wenn unterschiedliche Vorstellungen und Ansichten im Gespräch aufeinandertreffen. Manchmal muss allerdings in der Tat auch einmal nachgeholfen werden.

Ein gemeinsames Brainstorming kann hier eine gute Lösung sein. Ganz wichtig dabei ist jedoch: Ungewöhnlich anmutende Ideen dürfen nicht direkt abgeschmettert werden. Stattdessen sollte in einem guten Team nicht nur für genau diese Anregungen Platz sein – sie sollten auch eingefordert, Querdenker außerdem in ihrem Bestreben, andere Lösungswege zu finden, bestärkt werden. Denn, wie ein bekanntes Sprichwort schon sagt: „Wer immer tut was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“ – und geht somit auch keine neuen Wege.

5. Respektvoller Umgang und gegenseitige Unterstützung
Teammitglieder unterstützen einander. Völlig unabhängig davon, wer im Team welche Rolle einnimmt und welche spezifischen Aufgaben bearbeitet: Gegenseitiger Respekt ist der Grundstein für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.

Da eine gesunde, sachliche und fachliche Streitkultur für das Erzielen bestmöglicher Ergebnisse von elementarer Bedeutung ist, hat gegenseitiger Respekt bei allen fachlichen Reibereien oberste Priorität. Kein Teammitglied sollte Bedenken haben müssen, seine Meinung frei äußern zu können, selbst wenn eine Idee noch nicht komplett durchdacht oder ausformuliert ist. Das sorgt für eine angenehme Arbeitsatmosphäre – selbst in Stresssituationen.


Übrigens: Zu einem respektvollen Umgang gehört natürlich auch, gesetzte Fristen und Termine einzuhalten!


Gut funktionierende Teams sind keine Selbstverständlichkeit. Deshalb gilt: Vorsicht bei der willkürlichen Zusammenstellung von Arbeitsgruppen, bei denen es auf der grundsätzlichen menschlichen Ebene nicht harmoniert. Hier bringt eine gezwungene Gemeinschaftsleistung mehr Nach- als Vorteile. Das demotiviert nicht nur jeden Einzelnen, sondern führt auf lange Sicht zu abnehmender Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, schlechteren Ergebnisse und weniger Erfolg für das Unternehmen.

Wer allerdings einige Grundregeln beachtet und immer wieder mit einem offenen Ohr in sein(e) Team(s) hineinhorcht wird schnell merken: Mit einem guten Team wird die Arbeit deutlich leichter. Und das kommt letztendlich dem Unternehmen zugute. Zusammen mehr zu erreichen spornt an, verbessert das Betriebsklima und macht Lust darauf, gemeinsam neue Projekte anzugehen.

Verfasst von orgaMAX Redaktionsteam am 09.05.19 14:15

Themen: Teamarbeit, Zwei-Pizzen-Regel, Wir-Gefühl, Mitarbeitermotivation


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